Schneckeck reloaded

(Titel-© by Chéri)

Schnuckelnde Regenbogenkühe heißen mich willkommen.

Nachdem ich mein Omikrönchen erfolgreich auskuriert habe, besteige ich die Kutsche Richtung Schnallgäu und lande letzten Endes doch noch in meiner dortigen Lieblingseinrichtung: der Onkoklinik Schneckeck. Es ist auf Anhieb alles genauso wunderbra wie letztes Jahr, nur ist mein erneuter PCR-Test leider ungültig, sodass ich die ersten zwei Tage in Isolation verbringe, bis wir schließlich ein negatives Ergebnis und damit Klarheit haben.

So bewandere ich zunächst einsam den Höhenweg, der mir zur Begrüßung ein Idyll kuschelnder Regenbogenkühe beschert, und igle mich in meinem Zimmer ein. Und während die anderen Reha-Damen in ihrer Freizeit Oberschnaufen, Schwangen, Schmeersburg und das Tante-Emma-Café am Golfplatz unsicher machen, poliere ich meine leicht verwahrlosten Fußnägel auf magenta-metallic Hochglanz und verschlinge ein Schund-, Apotheken- und Veranstaltungsblatt nach dem anderen. Diesen entnehme ich beispielsweise, dass die Queen bei ihrem Thronjubiläum als ihr jugendliches Hologramm in die analoge goldene Kutsche projiziert wurde, was der Körper ab 50 wirklich braucht, dass innerhalb der Gemarkung Schneckeck landwirtschaftliche Flächen zur Nutzung ausgeschrieben sind, es noch freie Plätze für die Busfahrt nach Dresden gibt, wer die neue deutsche Hutkönigin ist und wo es jeden Donnerstag eine Kässpatzengaudi gibt. Als dann das Labor grünes Licht gibt, kann ich gut lackiert und topinformiert in den Klinikalltag starten.

Pumpen auf Level 3

Das Programm ähnelt sehr dem des Vorjahres, allerdings turne ich heuer in allen Disziplinen auf Level 3 (von 3). Gemeinsam mit meinen Onko-Kolleginnen mache ich Fitnessgymnastik zu Boney M. und ABBA, während Frau Fonda uns mit Geschichten aus ihrem Leben unterhält, ziehe im Beckenbodentraining imaginäre Gummibänder zwischen meinen Sitzbeinhöckern zusammen, entdecke das Gerätetraining für mich (PUMPEN!), schwebe beim Wasserballett durchs Therapiebecken und mache im Qi Gong wahlweise den Pfau, den Kranich, die Sonne oder den Baum. Zwischendurch genieße ich die segensreiche Stille in der neu eingerichteten Ruhezone auf dem Ballermann, der ansonsten recht kommunikativen Sonnenterrasse mit Alpenblick und Baustellenpanorama. Ein Träumchen. Einziger Wermutstropfen: Bei den Mahlzeiten vermisse ich schmerzlich Koala, meine verflossene Tischnachbarin.

Am Wochenende fahre ich mit dem Bus nach Blindenberg, flaniere über den Markt und kaufe mir das x-te Gartenbuch im schnuckeligen Buchcafé. Auf der Rückfahrt werde ich unfreiwillig Zeugin einer Unterhaltung zweier Damen aus der psychosomatischen Nachbarklinik: „Das ist halt mein Thema, dass ich keine Wurst esse“, sagt die eine. „Ja – und Marmelade?“, versucht die andere zu helfen. „Nee, süß mag ich auch nicht“, entgegnet wieder die eine. Da ist man doch schier dankbar für die eigenen nichtigen Themen.

Als mich dann noch die nette Dame aus der Verwaltung proaktiv darauf aufmerksam macht, dass neuerdings auch wieder die Partner*innen der Patientinnen als Gäste in der Klinik willkommen sind, steht dem Reha-Glück nichts mehr im Wege: Chéri kann kommen!

Deepe Einblicke:

5 Kommentare

  1. Liebe Aktuelle,
    das klingt doch fast nach einem rundum Sorglospaket! Geniesse die Zeit und den Besuch von Cheri der dann „Sommer aufm Balkon heisst“!!! Ganz liebe Grüße nach Schneckeck!

    1. Liebe Zirkusquietsche,
      das IST das Rundumsorglospaket – und heute gab es mittags nicht nur Karamellpudding zum Nachtisch, sondern später auch noch den „Asiatischen Abend“! Ich hoffe, mir wird nach meiner Rückkehr zu Hause Ähnliches geboten…
      Ich hoffe, Du hattest ebenfalls sorglose und kulinarisch einwandfreie Pfingstferien – liebe Grüße nach Lingendingen :)!

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